Sonntag, 16. Oktober 2011

Einviertel

Einviertel Jahr.
Drei Monate.
Zwölf Wochen.
Vierundachtzig Tage.
Zweitausendsechzehn Stunden.
Hundertzwanzigtausendneunhundertsechzig Minuten. Siebenmillionenzweihundertsiebenundfünfzigtausendsechshundert Sekunden.
Holländisches Leben pur. Mit seinen Höhen und Tiefen. Leben halt.
Veränderungen?
Nele fährt viel Fahrrad. Sehr viel Fahrrad! Kommt man auch kaum drum herum in einem solchen fahrradfreundlichen Land. Fortbewegungsmittel Nummer eins.
Nele macht Sport. Sie bewegt sich. Um angesammelte Agressionen abzubauen.
Nele macht internationale Bekanntschaften. Weil es hier schwer ist, sich nur mit Deutschen zu umgeben. Und weil es den Horizont erweitert.
Nele lernt eine neue Sprache. Sie kann schon sagen, wie sie heißt, wo sie herkommt und wo sie nun wohnt. Außerdem kann sie auf holländisch zählen und buchstabieren. Und lernt langsam die Grammatik.
Nele hat gelernt geduldiger zu sein. Und weniger zu argumentieren. Folgen der täglichen Arbeit.
Nele macht manchmal spontane Dinge. Weil sie Lust darauf hat. Und weil sie frei ist.
Und manchmal auch ein wenig allein.
Aber auch daran gewöhnt man sich nach dieser Zeit. Auch da muss man durch. Auch das gehört dazu.
Daran wachsen. Das Beste daraus machen. Wieder aufstehen. Schöne Gedanken machen.
Und noch eines kann ich nach dieser Zeit sagen:
Ich hab mich ein bisschen verliebt. In Holland!

Montag, 10. Oktober 2011

musikalische Klänge im Regen

Wir parkten das Auto auf einem großen Parkplatz und irrten durch die beleuchteten Staßen Hilversums. Es regnete.Kalt war es auch. Ungemütlich. Hoffnung, bald unser Ziel zu finden.
Ein von außen gemütlich beleuchtetes Haus. Das war's! Es wirkte einladent und groß.
Drinnen war es übberraschend klein. Aber die Gemütlichkeit der Außenbeleuchtung wurde mehr als bestätigt. Ein kleiner Raum. Stühle, Sessel, Tische, Bänke. Eine Bar. Eine Bühne. Klein und niedlich. Alternative Menschen.
Im Hintergrund war Musik zu hören. Einklang auf die zwei Bands des Abends. Wir suchten uns einen Tisch und setzten uns. Gespräche über die letzte durchlebte Woche. Froh, endlich wieder Wochenende zu haben. Frei zu sein.
Die Lichter wurden dunkler. Zwei Menschen kamen auf die Bühne. Ein weiblicher und ein männlicher. Beide braune Haare. Braun gekleidet. Sie trug ein Kleid. Er ein braun karriertes Hemd und eine hellbraune Corthose und er trug eine Brille. Sie stellte sich hinter ihr Minikeybord an dem ein Xylophon angebaut war und nahm ihre Rasseln in die Hand. Er nahm seine Gitarre und hängte sie sich um. Seinen Fuß stellte er auf das Pedal der Drum. Bereit ihre Musik zu leben. Sie den Zuschauern mitzuteilen.
Sobald der der erste Ton gesungen und gespielt wurde, war man woanders. Man schuaute ihnen zu und wurde mit in ihre kleine Welt genommen. Es machte Spaß, sie dabei zu beobachten.
Ab und zu erzählten sie kleine Geschichten über ihre Erlebnisse während der Autofahrten. Oder bedankten sich bei uns für die Stille die wir erzeugten.
Das Licht passte perfekt zu jedem einzelnen Lied der beiden. Die Stimmung, die sie erzeugten wurde dadurch noch intensiver. Der Regen prasselte währenddessen aufs Dach. Unaufhaltsam.
Nach einer Stunde und fünfzehn Minuten war der Zauber vorbei.
Dafür kam eine andere Band.
Sie waren Jung. Alternativ. Und Holländer. Vier Jungs. Ein Mädchen.
Sie waren in sich gekehrt. Ganz in ihrer Musik. Das spührte man, wenn man sie beobachtete. Der Sänger hatte eine markante Stimme und ihre Musik hörte sich sehr interessant an. Man blieb hängen.
Doch letztendlich erzeugten sie nicht diesen Bann, wie es die Band vor ihnen getan hat.
Aber ich habe Hoffnung. Sie sind jung. Musikalisch. Und haben Potential.
Als der letze Ton verklungen ist gab es Applaus. Dann wurde das Licht langsam wieder heller.
Um auch wirklich wieder in der Relität anzukommen.
Noch etwas verträumt von all den alternativen und melancholischen Klängen, zogen wir uns unsere Jacken an und gingen dem Ausgang entgegen.
Zurück in die Kälte. In den Regen.
Ja, da waren wir wieder. In der Realität.

kleine Kostprobe. Empfehlenswert!

Freitag, 7. Oktober 2011

Pupstierherde

Fuchs. Igel. Eichhörnchen. Dachs. Dazu kommen noch Hase, Wildschweinchen und Specht.
Waldfreunde.
Individuen die friedlich zusammen leben.
Aber eine Herde?
Eine Herde voller Individuen eben.
Aber sie brauchen sich. Um das Leben im Wald etwas spannender und unterhaltsamer zu machen. Um auf Bäumen zu Klettern oder im Matsch zu spielen. Um sich spannende Gute Nacht Geschichten zu erzählen. Um nicht allein zu sein wenn es gruselig wird im Wald.
Doch da gibt es ein Leben außerhalb des kleinen Waldes. Häuser, die auf ein Leben schließen, dass die Waldfreunde noch nie zuvor gesehen haben. Sie sind neugierig und abenteuerlustig und voller Überzeugung, dass sie dieses andere Leben kennenlernen wollen. Einen kleinen Blick durch eines der Hausfenster erhaschen.
Um möglichst viel von der neuen Welt kennen zu lernen, teilen sie sich auf.
Der Igel beschließt den weitesten Weg auf sich zu nehmen. Er möchte den nächstgelegenen Park besuchen, um die Lebewesen genauer beobachten und nebenebei auch die herrliche Natur genießen zu können.
Ihm folgen das Eichhörnchen, der Fuchs und das Wildschwein. Auch sie nehmen einen weiten Weg auf sich. Doch ist er etwas kürzer, denn die große Wohnsiedlung, die sie sich ansehen möchten liegt einige Kilometer vor dem Park. Dort werden sie sich aufteilen und jeder eine kleine Gegend bekunden.
Das Wildschweinchen will sich allerdings nicht recht festlegen. Es bleibt da, wo es schöne Gärten und matschigen Böden gibt. Und freudliche Hausbewohner.
Der Dachs möchte auch etwas sehen. Aber er ist zu faul einen langen Weg auf sich zu nehmen. Er möchte etwas Schönes sehen, ohne weit laufen zu müssen. Er entscheidet sich für den nächsten Fluss und die alten Häuser in der Nähe.
Der Hase und der Spatz sind sich unsicher. Außerdem muss der Spatz noch sein Nest fertigbauen. Er hat gar keine Zeit für solch ein großes Abenteuer. Noch nicht. Und auch der Hase mag lieber weiter Haken schlagen, in seinem gewohnten Umfeld. Aber beide würden sich darüber freuen, von den Abenteuren der anderen Waldfreunde zu hören, sagen sie.
Und so machen sie sich auf. Jeder für sich allein. In sein eigenes Abenteuer.
Was sie  erlebt haben? Man weiß es noch nicht. Die Waldfreunde sind noch auf ihren Wegen. Erleben alle etwas anderes.
Aber sie werden zurückkommen in ihren Heimatwald. Dort ist es schließlich am gemütlichsten.
Sie werden ein Feuerchen machen und sich unter einen dichten Baum verkriechen. Ganz dicht beisammen. Und dann werden sie sich nächtelang von ihren Abenteuern erzählen, während die anderen gespannt lauschen. Im Hintergrund das Knistern des Feuers.

Ihr fehlt!
Und seid wunderbar. ♥

Samstag, 1. Oktober 2011

Spontanaktion

Weil wir so cool sind. Und es können!
Weil schönes Wetter war und wir unbefangen und frei durch die Straßen liefen.
Weil uns niemand aufhalten und es verhindern konnte.
Weil wir einfach im Moment gelebt haben und es für richtig hielten.
Weil es ein kleines Abenteuer inmitten unseres Alltags war.
Warum nicht?
Resultat: Debbie hat eine funkelnde kleine Kugel auf der Zunge und ein Stäbchen darin. Neles linkes Ohrloch wurde durch einen kleinen Tunnel etwas vergrößert.

Montag, 26. September 2011

Nachtschwärmer.

Es war einmal ein Mädchen Namens S.. Sie hatte Geburtstag und wollte diesen Tag gemeinsam mit ein paar Freunden in einer holländischen Stadt Namens U. feiern. Bevor es allerdings auf die große Reise in die besagte Stadt ging, trudeleten die Mädchen langsam in ihrem Schlösschen ein. Zur Feier des Tages gab es alkohollastige Getränke. Da der Chouffeur der Privatlimosine leider im Urlaub war, mussten die Mädchen mit ihren weniger luxuriösen Fahrrädern zum nahegelegnen Bahnhof fahren.
Nach einer starken Konzentrationsphase, um nicht vom Fahrrad zu fallen und womöglich noch eines der teuren Kleider zu zerstören erreichten sie das erste Ziel und schlossen ihre Gefährte sorgfältig vor einem Haus an.
Als sie in einem der warmen Zugabteile saßen, plauderten sie ausgelassen über ihre nächsten Pläne in der großen, aufregenden Stadt.
Sie wollten in einen Laden. Einen Zauberladen.
Ein Junge im Zug wurde daraufhin auf die Mädchen aufmerksam. "Da müsst ihr euch aber beeilen, die Läden schließen gleich!"
Da sie auf dem Weg zu dem Zauberladen von weiteren Weggefährten aufgehalten wurden, war das Lädchen bereits geschlossen, als sie ankamen. Ein kleiner Niederschlag, der erstmal verkraftet werden musste.
"Kommt mit, ich hab da eine Idee!", sagte einer der Weggefährten, um die Stimmung der Mädchen wieder zu heben.
Sie folgten ihm. Wohin wussten sie nicht genau. Aber es war auch egal. Sie mochten es, Abenteuer zu erleben. An einem Flussufer, etwas außerhalb der Stadt, ließen sie sich nieder. Es war eine ausgelassene Stimmung zwischen den Menschen und jeder verbrachte die Minuten auf seine Weise- in seiner kleinen Welt. Und doch gemeisam.


Nach einiger Zeit wollten die Mädchen neue Arbenteuer erleben. Sehen, was die Stadt für sie heute Nacht noch bereit hält. Sie zogen weiter und verabschiedeten sich von ihren kurzzeitigen Zeitgenossen.



Sie waren auf der Suche nach einem anderen Ort. Und fanden ihn schließlich. Es wurde ein Club, in dem ausgiebig getanzt und die Zeit genossen wurde. Sie hatten ihre Freude, sich zum Rhythmus zu bewegen und die Momente zu Ihren zu machen.
Doch irgendwann hat jeder Zauber sein Ende und so schlich sich die Müdigkeit in die Körper der Mädchen. Sie sehnten sich nach ihren warmen, großen Daunenbetten, die Zu Hause auf sie warteten.
Ein Taxi war die einzige Möglichkeit, um um diese Uhrzeit noch in ihr kleines Dörfchen zurück zu kommen.
Sie stiegen wieder auf ihre Räder und fuhren durch die sternenklare und ruhige Nacht, bis jede ihr kleines Schlösschen erreicht hat.
Die Tür wurde aufgeschlossen, das Licht kurz angemacht. Der Weg führte zum Bett.
Und nur einige Sekunden später wurden die Mädchen ins Land der Träume geführt.

Sonntag, 25. September 2011

Verbundenheit

Jeden Moment wird es soweit sein.
Wahrscheinlich sitzt du bereits in einem der vielen Sitze in diesem einen Flugzeug.
Richtung Australien. Richtung Abenteuer!
Verbunden bleiben wir trotzdem. Weil wir beide dieses Band haben.
Auch während der mehreren 1000 Kilometer Entfernung wirst du bei mir sein.
Am Fuß und im Herzen.
Eine gute Reise, mein Strunzelfreund.
Erlebe viel. Und berichte mir von jedem einzelnen Tag!

Mittwoch, 14. September 2011

Sie

Wenn ich Morgens durch die Tür komme, werde ich von ihr mit einem "nej, nej. Weg!" begrüßt. Doch wenn Mama weg ist, bin ich ihre neue, große Freundin.
Manchmal kann sie sich nicht entscheiden was sie will. Pindakaas, oder doch lieber Jam?
Von ihrem Milchschaum-Coffie bekommt sie einen Milchbart. Einen größeren als ich. Fast bis zur Nase.
Sie hat einen starken Willen und ihre Mama sagt "Sie wird später ein schrecklicher Teenie werden. Daran mag ich noch gar nicht denken! Aber ich weiß es."
Mit Bilderbüchern kann man sie stundenlang alleine lassen. Jede Seite wird genau angeguckt, dann wird umgeblättert, machmal auch zwei oder drei Seiten zu viel. Macht nichts. Sie sucht das Pony, will nur das Pony gezeigt beommen. Dann ist sie zufrieden. Mit ihren Puppen  führt sie Selbstgespräche in Babysprache. Fantasiesprache.
"Brama, Brama. Meer!", "Laupe, laupe!". Wir sind im Wald und sie möchte Brombeeren und laufen. Von Brombeeren kriegt sie nicht genug, es können gar nicht genug an den Stäuchern hängen. Dann läuft sie neben mir her. Plötzlich bleibt sie stehen. "Nele?. High five!" Ein kleines Wesen streckt mir ihre Patschehand entgegen und ich lege sachte meine Hand auf ihre. Dann hüpft sie weiter. Wenn sie etwas spannendes findet, muss es minutenlang betrachtet werden. Nichts bringt sie dabei aus der Ruhe. Durch Pfützen muss fünf Mal durchgelaufen werden. Oder sechs Mal. Am Besten noch ein siebtes Mal. Dabei entsteht ein Lachen auf ihrem Gesicht, oder sie kreischt vor Freude.
Doch wenn es dann ins Bett geht, ist sie ganz ruhig. Oder sehr laut. Aber wenn sie ihr Pappi bekommen hat ist die ganze Aufregung schon wieder vergessen. Dann liegt sie da. Friedlich an ihrem Daumen nuckelnd. Bereit, jederzeit ins Land der Träume einzutreten.
"Doei, Cato. Lekker slaap!"
Das ist sie. "Mein" kleines Baby.